Optische Lauschangriffsmittel
Inhaltsübersicht
- 1 Optische Lauschangriffsmittel
- 1.1 Was sind optische Lauschangriffsmittel?
- 1.2 Wie funktioniert ein optischer Lauschangriff?
- 1.3 Warum werden Fensterfronten untersucht?
- 1.4 Wie erfolgt die Untersuchung?
- 1.5 Welche Wellenlängen werden untersucht?
- 1.6 Warum wird die Untersuchung mit anderen Methoden kombiniert?
- 1.7 Welche Grenzen hat die Untersuchung?
- 1.8 Häufig gestellte Fragen
- 1.9 Zusammenfassung
Was sind optische Lauschangriffsmittel?
Neben klassischen Abhörgeräten und Funkübertragungen existieren auch Verfahren, die auf optischer Technologie basieren.
Hierbei werden Informationen nicht über Funk oder Kabel übertragen, sondern mittels Lichtsignalen erfasst oder übertragen.
Zu den bekanntesten Verfahren gehören:
- Lasertechnik
- Infrarottechnik
- optische Datenübertragungssysteme
Obwohl solche Methoden deutlich seltener vorkommen als klassische Funkwanzen, werden sie im Rahmen einer professionellen Lauschabwehr dennoch berücksichtigt.
Wie funktioniert ein optischer Lauschangriff?
Ein bekanntes Beispiel ist die laserbasierte Überwachung von Fensterscheiben.
Dabei wird ein Laserstrahl von außen auf eine Fensterscheibe gerichtet.
Gespräche innerhalb des Raumes erzeugen feine Schwingungen, die sich auf die Scheibe übertragen können.
Unter bestimmten Voraussetzungen lassen sich diese Schwingungen auswerten und wieder in hörbare Informationen umwandeln.
Darüber hinaus existieren weitere optische Verfahren, die mit Infrarot- oder Lichttechnik arbeiten.
Allen gemeinsam ist, dass sich das eigentliche Erfassungssystem häufig außerhalb des überwachten Raumes befindet.
Warum werden Fensterfronten untersucht?
Fenster stellen bei optischen Angriffsmethoden die wichtigste potenzielle Angriffsfläche dar.
Deshalb werden im Rahmen einer professionellen Untersuchung sämtliche relevanten Fensterbereiche kontrolliert.
Dabei erfolgt die Überprüfung sowohl innerhalb als auch außerhalb des Gebäudes.
Besonderes Augenmerk liegt auf:
- Besprechungsräumen
- Vorstandsbüros
- Konferenzräumen
- Verhandlungsräumen
- anderen sicherheitsrelevanten Bereichen
Wie erfolgt die Untersuchung?
Zur Untersuchung kommen spezielle Messgeräte zum Einsatz, die auf die Erkennung optischer Emissionen ausgelegt sind.
Hierzu gehören unter anderem:
- Infrarotdetektoren
- Laserdetektoren
- optische Sensoren
- spezialisierte Messgeräte für Lichtquellen
Die Techniker überprüfen dabei, ob Hinweise auf aktive optische Übertragungen oder Überwachungsversuche vorliegen.

IR-Sonde CPM 700 zur Suche nach optischen Lauschangriffsmitteln.
Welche Wellenlängen werden untersucht?
Im Rahmen der Untersuchung werden insbesondere jene Wellenlängenbereiche betrachtet, die häufig bei optischen Übertragungsverfahren eingesetzt werden.
Hierzu gehören unter anderem:
- 850 bis 1050 nm
- 1300 nm
- 1550 nm
Diese Bereiche werden in der Fachwelt häufig als optische Fenster bezeichnet und spielen bei zahlreichen optischen Kommunikations- und Übertragungssystemen eine Rolle.
Warum wird die Untersuchung mit anderen Methoden kombiniert?
Optische Lauschangriffe stellen nur einen kleinen Teil möglicher Bedrohungen dar.
Deshalb wird ihre Untersuchung stets mit weiteren Verfahren kombiniert.
Hierzu gehören insbesondere:
- RF-Analyse
- Analyse einzelner Sender
- NLJD-Untersuchung
- Thermografie
- visuelle Inspektion
- Untersuchung drahtloser Übertragungsverfahren
Erst die Kombination verschiedener Untersuchungsmethoden ermöglicht eine umfassende Sicherheitsbewertung.
Welche Grenzen hat die Untersuchung?
Optische Lauschangriffe sind vergleichsweise selten und setzen häufig spezielle Rahmenbedingungen voraus.
Nicht jede Fensterfläche eignet sich für einen solchen Angriff.
Ebenso bedeutet das Vorhandensein einer geeigneten Sichtverbindung nicht automatisch, dass tatsächlich ein Überwachungsversuch stattfindet.
Die Untersuchung dient daher dazu, potenzielle Risiken zu erkennen und deren tatsächliche Relevanz zu bewerten.
Häufig gestellte Fragen
Kann man Gespräche durch Fensterscheiben abhören?
Unter bestimmten technischen Voraussetzungen können Schwingungen von Fensterscheiben ausgewertet werden. Deshalb werden Fensterfronten bei sicherheitsrelevanten Untersuchungen berücksichtigt.
Sind optische Lauschangriffe heute noch realistisch?
Sie kommen deutlich seltener vor als klassische Funk- oder Netzwerktechnik, werden bei professionellen Sicherheitsuntersuchungen jedoch weiterhin berücksichtigt.
Werden auch Infrarotsysteme untersucht?
Ja. Die Untersuchung umfasst sowohl Laser- als auch Infrarottechnik.
Ersetzt diese Untersuchung die Suche nach Wanzen?
Nein. Sie ergänzt andere Untersuchungsmethoden und deckt einen speziellen Bereich möglicher Angriffsszenarien ab.
Zusammenfassung
Optische Lauschangriffsmittel nutzen Licht- oder Infrarottechnik, um Informationen aus einem Raum zu erfassen oder zu übertragen. Obwohl solche Verfahren vergleichsweise selten sind, gehören sie zu den potenziellen Risiken, die bei einer professionellen Lauschabwehr berücksichtigt werden sollten. Durch die Untersuchung von Fensterflächen und optischen Übertragungswegen können mögliche Schwachstellen erkannt und bewertet werden.
Wenn Sie vertrauliche Gespräche führen und mögliche Sicherheitsrisiken ausschließen möchten, beraten wir Sie gerne zu den Möglichkeiten einer professionellen Untersuchung auf optische und elektronische Lauschangriffe.

Autor: Jochen Meismann
Geschäftsführer der A Plus Detective GmbH, seit über 40 Jahren als Detektiv tätig
Fachlich geprüft von: V. Oberst, Experte für Abhörschutz und ehemaliger Sachgebietsleiter Lauschabwehr eines deutschen Nachrichtendienstes.
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