*#21# Abhören: Ist das ein Code um zu sehen, ob man abgehört wird?
Inhaltsübersicht
- 1 *#21# Abhören: Ist das ein Code um zu sehen, ob man abgehört wird?
- 1.1 Was bedeutet *#21#?
- 1.2 Warum wird *#21# trotzdem mit Abhören in Verbindung gebracht?
- 1.3 *#21#, *#62#, ##002#: Was machen die Codes?
- 1.4 Warum eine Rufumleitung nicht mit Abhören gleichzusetzen ist
- 1.5 Woran erkennt man, ob ein Handy kompromittiert sein könnte?
- 1.6 Was Sie selbst auf iPhone und Android prüfen können
- 1.7 Diese vermeintlichen Warnzeichen beweisen kein Abhören
- 1.8 Was tun bei einem konkreten Verdacht auf Handy-Überwachung?
- 1.9 Fragen zu *#21#, Rufumleitung und Abhören
*#21# zeigt nicht, ob Ihr Handy abgehört wird. Der Tastencode dient in Mobilfunknetzen zur Abfrage einer Rufumleitung. Er kann anzeigen, ob Anrufe automatisch an eine andere Nummer weitergeleitet werden. Einen Nachweis für Spyware, eine kompromittierte App, einen Fernzugriff oder das Abhören eines Gesprächs liefert er nicht.
Trotzdem hält sich der Mythos um *#21# und „Handy abhören“ seit Jahren in sozialen Netzwerken. Hier erfahren Sie, was der Code wirklich bedeutet, wie sich *#62# und ##002# davon unterscheiden und welche Prüfungen bei einem ernsthaften Verdacht sinnvoller sind.
*#21# ist eine Statusabfrage für die sofortige Rufumleitung. Wird eine Weiterleitung angezeigt, bedeutet das zunächst nur: Für die betreffende Leitung oder einen Dienst ist eine Rufumleitung eingerichtet. Das ist kein Beweis dafür, dass jemand mithört.
Was bedeutet *#21#?
Bei *#21# handelt es sich um einen Mobilfunk-Steuercode. Wird er in der Telefon-App eingegeben und mit der Anruftaste bestätigt, fragt das Mobilfunknetz den Status der sofortigen beziehungsweise bedingungslosen Rufumleitung ab. Je nach Mobilfunkanbieter, Endgerät und verwendeter Leitung kann die Darstellung auf dem Display unterschiedlich aussehen.
Eine Rufumleitung ist eine reguläre Telefonfunktion. Eingehende Anrufe können beispielsweise auf eine andere Mobilfunknummer, einen Festnetzanschluss oder die Mailbox weitergeleitet werden. Besonders bei Dual-SIM-Geräten muss außerdem darauf geachtet werden, für welche Leitung die Abfrage erfolgt.
„Wenn bei *#21# eine Nummer erscheint oder eine Rufumleitung aktiv ist, wird mein Handy abgehört.“
Die Anzeige betrifft eine Rufweiterleitung. Sie sagt nichts darüber aus, ob das Smartphone mit Spyware kompromittiert wurde, ob eine App unerlaubt auf Mikrofon oder Daten zugreift oder ob ein Angreifer Zugriff auf ein Benutzerkonto hat.
Warum wird *#21# trotzdem mit Abhören in Verbindung gebracht?
Kurze Videos und Beiträge in sozialen Netzwerken versprechen eine einfache Antwort auf eine komplizierte Frage: Code eingeben, Ergebnis ansehen, Überwachung erkennen. Das klingt überzeugend, vermischt aber zwei völlig verschiedene technische Vorgänge.
Eine Rufumleitung entscheidet darüber, wohin ein eingehender Anruf weitergeleitet wird. Eine Überwachung des Smartphones kann dagegen etwa durch eine schädliche App, missbrauchte Zugriffsrechte, kompromittierte Benutzerkonten, unbekannte Verwaltungsprofile oder andere Manipulationen entstehen. Der Mobilfunkcode untersucht nichts davon.
Wenn *#21# oder eine andere Statusabfrage eine Nummer anzeigt, die Sie nicht zuordnen können, ist das ein Grund, die Rufumleitung in den Geräteeinstellungen oder beim Mobilfunkanbieter zu kontrollieren. Es ist aber kein automatischer Beleg für eine Abhörmaßnahme. Auch Mailboxdienste und bewusst eingerichtete Weiterleitungen können dort erscheinen.
*#21#, *#62#, ##002#: Was machen die Codes?
Neben *#21# kursieren weitere Codes als vermeintliche „Spionage-Codes“. Tatsächlich gehören sie zur Steuerung beziehungsweise Abfrage von Rufumleitungen. Welche Codes im Einzelfall funktionieren, kann vom Mobilfunknetz und Gerät abhängen.
| Code | Funktion | Zeigt Abhören an? |
|---|---|---|
*#21# | Status der sofortigen Rufumleitung abfragen | Nein |
*#62# | Status der Rufumleitung bei Nichterreichbarkeit abfragen | Nein |
*#61# | Status der Rufumleitung bei Nichtannahme abfragen | Nein |
*#67# | Status der Rufumleitung bei besetzter Leitung abfragen | Nein |
##21# | Sofortige Rufumleitung löschen beziehungsweise deaktivieren | Nein |
##002# | Alle Rufumleitungen löschen, soweit Netz und Dienst dies unterstützen | Nein |
Der Code löscht Rufumleitungen. Er entfernt keine Spyware, löscht keine schädliche App und beendet keinen fremden Zugriff auf Ihr Apple-, Google- oder anderes Benutzerkonto. Wer ##002# eingibt und anschließend keine Rufumleitung mehr angezeigt bekommt, hat damit deshalb noch keine Aussage über die Sicherheit des Smartphones.
Warum eine Rufumleitung nicht mit Abhören gleichzusetzen ist
Bei einer normalen Rufumleitung wird ein eingehender Anruf an ein anderes Ziel geleitet. Das ist etwas anderes als ein unbemerktes Mithören eines Gesprächs. Wird ein Anruf tatsächlich vollständig an eine andere Nummer weitergeleitet, klingelt das ursprünglich angerufene Gerät je nach Art der Umleitung gar nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen.
Der Begriff „Abhören“ wird im Internet dagegen für sehr unterschiedliche Szenarien verwendet. Manche Nutzer meinen damit Spyware, andere den Zugriff auf Messenger, Standortfreigaben, Mikrofonberechtigungen oder ein kompromittiertes Konto. Ein einzelner GSM- beziehungsweise MMI-Code kann diese unterschiedlichen Ebenen technisch nicht prüfen.
Woran erkennt man, ob ein Handy kompromittiert sein könnte?
Hier ist Zurückhaltung wichtig. Viele angebliche „Anzeichen für ein abgehörtes Handy“ sind technisch unspezifisch. Ein schnell leerer Akku, ein warmes Gerät oder Verbindungsprobleme können zahlreiche harmlose Ursachen haben.
Aussagekräftiger sind konkrete Veränderungen, die sich nicht erklären lassen:
Installierte Anwendungen, an deren Installation Sie sich nicht erinnern und deren Zweck unklar ist, sollten überprüft werden.
Prüfen Sie, welche Geräte mit Ihrem Apple Account, Google-Konto und wichtigen Kommunikationsdiensten verbunden sind.
Kontrollieren Sie, welche Apps Zugriff auf Mikrofon, Kamera, Standort, Kontakte und andere sensible Daten besitzen.
Auf einem iPhone können unbekannte Konfigurations- oder MDM-Profile eine genauere Prüfung erfordern. Bei Firmenhandys können solche Profile allerdings regulär installiert sein.
Unbekannte Anmeldungen, Passwortänderungen oder Sicherheitsmeldungen sind konkreter als allgemeine Symptome wie Akkuverbrauch.
Wenn vertrauliche Informationen nach außen gelangen, die nur auf dem Gerät oder in bestimmten Kommunikationskanälen vorlagen, sollte die Ursache strukturiert untersucht werden.
Ein Handy-Code ersetzt keine technische Prüfung. Wenn konkrete Anhaltspunkte für eine Manipulation bestehen, besprechen wir mit Ihnen, welche Untersuchung sinnvoll ist.
0800 33 33 583 Vertrauliche Anfrage sendenWas Sie selbst auf iPhone und Android prüfen können
Bevor eine forensische Untersuchung notwendig wird, lassen sich einige Punkte direkt am Gerät kontrollieren. Die genaue Menüführung verändert sich mit Betriebssystem und Hersteller, deshalb sind die folgenden Schritte bewusst funktional beschrieben.
iPhone: Freigaben, Geräte und Profile kontrollieren
Android: Apps, Berechtigungen und Kontozugriffe prüfen
Diese vermeintlichen Warnzeichen beweisen kein Abhören
Kann durch Alterung, Displaynutzung, schlechten Empfang, Hintergrundprozesse oder neue Apps entstehen.
Updates, Navigation, Video, Laden oder rechenintensive Apps können das Gerät erwärmen.
Störungen und Audioartefakte können aus Mobilfunk, VoIP, Bluetooth oder dem Endgerät selbst stammen.
Cloud-Synchronisierung, Videos, App-Updates und Backups können große Datenmengen verursachen.
Kann beispielsweise zu einer eingerichteten Rufumleitung oder einem Mailboxdienst gehören und muss zunächst zugeordnet werden.
Auch das ist kein Sicherheitsindikator. Steuercodes können je nach Anbieter, Netz, Gerät und Telefonie-Konfiguration unterschiedlich reagieren.
Was tun bei einem konkreten Verdacht auf Handy-Überwachung?
Wenn sich der Verdacht auf konkrete Beobachtungen stützt, sollten Sie nicht wahllos Apps löschen, das Gerät zurücksetzen oder sämtliche Konten verändern, bevor geklärt ist, ob eine technische Untersuchung erfolgen soll. Solche Änderungen können Spuren verändern oder beseitigen.
Wenn Sie davon ausgehen, dass das Smartphone tatsächlich kompromittiert sein könnte, sollten Sie die geplante Untersuchung nicht über genau dieses Gerät besprechen. Nutzen Sie für die erste Kontaktaufnahme nach Möglichkeit ein anderes, vertrauenswürdiges Telefon oder einen anderen sicheren Kommunikationsweg.
Eine professionelle Smartphone-Forensik kann je nach Auftrag beispielsweise installierte Anwendungen, Konfigurationen, Berechtigungen, Systemartefakte und weitere technische Auffälligkeiten untersuchen. Sie ist etwas völlig anderes als die Eingabe eines Rufumleitungs-Codes.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zum Abhören des Telefons und zur technischen Überprüfung.
Fragen zu *#21#, Rufumleitung und Abhören
Kann ich mit *#21# feststellen, ob mein Handy abgehört wird?
Nein. *#21# fragt den Status der sofortigen Rufumleitung ab. Der Code untersucht weder das Betriebssystem noch Apps, Kontozugriffe, Mikrofonberechtigungen oder Spyware.
Was bedeutet es, wenn bei *#21# eine Nummer angezeigt wird?
Die angezeigte Nummer kann zu einer eingerichteten Rufumleitung oder einem Dienst wie der Mailbox gehören. Wenn Sie die Nummer nicht kennen, sollten Sie die Weiterleitung in den Geräteeinstellungen beziehungsweise beim Mobilfunkanbieter prüfen. Allein die Nummer beweist kein Abhören.
Was zeigt *#62# an?
*#62# dient in unterstützten Mobilfunknetzen zur Statusabfrage der Rufumleitung bei Nichterreichbarkeit. Auch diese Abfrage sagt nichts darüber aus, ob das Smartphone überwacht wird.
Was macht ##002#?
##002# löscht die eingerichteten Rufumleitungen, soweit Mobilfunknetz und Dienst dies unterstützen. Spyware, Malware oder einen fremden Kontozugriff entfernt der Code nicht.
Ist eine aktive Rufumleitung verdächtig?
Nicht automatisch. Rufumleitungen werden regulär für Mailboxen, Erreichbarkeit und andere Telefoniefunktionen eingesetzt. Unbekannte Weiterleitungen sollten dennoch geklärt werden.
Kann Spyware durch *#21# erkannt werden?
Nein. Der Code hat keinen Zugriff auf installierte Apps oder deren Berechtigungen und kann keine forensische Analyse des Smartphones durchführen.
Sind Akkuverbrauch und ein warmes Handy Beweise für Überwachung?
Nein. Beide Symptome können viele alltägliche technische Ursachen haben. Sie werden erst zusammen mit konkreteren Auffälligkeiten relevant und erlauben allein keine Aussage über eine Kompromittierung.
Was sollte ich bei einem ernsthaften Verdacht zuerst tun?
Dokumentieren Sie konkrete Auffälligkeiten und vermeiden Sie vorschnelle Veränderungen am Gerät, wenn eine forensische Untersuchung erwogen wird. Bei einem begründeten Verdacht sollte die Kontaktaufnahme möglichst über ein anderes, vertrauenswürdiges Gerät erfolgen.
Funktioniert *#21# auch auf einem iPhone?
Ja, sofern Mobilfunknetz und iPhone die Abfrage unterstützen. Das Ergebnis bezieht sich jedoch ausschließlich auf den Status einer Rufumleitung und liefert keinen Hinweis auf eine Überwachung des Geräts.
Ist *#21# bei Samsung, Xiaomi oder anderen Android-Geräten anders?
Die Darstellung kann je nach Hersteller, Android-Version und Mobilfunkanbieter variieren. Die Bedeutung des Codes bleibt jedoch dieselbe: Er fragt den Status einer Rufumleitung ab.
Ist *#21# gefährlich?
Nein. Der Code liest lediglich Informationen aus und verändert keine Einstellungen auf Ihrem Smartphone.
Kann ich ein Handy überhaupt mit einem Code auf Abhören prüfen?
Nein. Es gibt keinen GSM- oder USSD-Code, mit dem sich Spyware, ein kompromittiertes Betriebssystem oder eine Überwachung zuverlässig erkennen lassen. Dazu sind andere technische Prüfungen erforderlich.
Wenn konkrete Hinweise auf eine Manipulation bestehen, klären wir mit Ihnen vertraulich, welche Untersuchung möglich und sinnvoll ist.
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